Dienstag, 12. Mai 2020

Omi, 94, ist zu Hause

Omi hatte hatte ja die Untersuchung (Darmspiegelung), einige Polypen, wie 2011 auch, aber laut Bericht ist wohl nur untersucht, aber nichts gemacht worden. In unserem Alter wird der befallene Teil des Darms herausgenommen und gut ist. Mit 94 natürlich nicht.

Sie kam mit Windel, Pantoffeln und Krankenhausoberbett nach Hause. Sie hat die eine Woche das Bett nicht verlassen, obwohl sie wollte (sie ist ja sonst auch immer am Rollator aufs Klo gegangen). Durch die fehlende Bewegung hat sie unheimlich Muskeln abgebaut. Und da man eben niemanden erreichen konnte oder sie besuchen durfte, konnte man eben auch nicht mal mit der Faust auf den Tisch hauen.

Das wirklich Positive: sie ist besser drauf und so dankbar, dass sie wieder nach Hause konnte. Interessiert sich doch wieder für die Zeitung, hat Hunger, geht mit Rollator zur Toilette usw.

Meine Tante macht einen tollen Job; ich habe dann auch mitbekommen, dass sie meiner Oma den Popo abwischt nach der Toilette, das hatte sie wohl vorher auch schon gemacht. Abgesehen davon, dass sie eine Matraze bei meiner Oma deponiert hat und dort schläft. Das Sauerstoffgerät ist unendlich nervig, grad nachts.
Aber für meine Tante ist das alles auch sehr anstrengend und nervenaufreibend.

Man musste sich nun entscheiden, zwischen Pest oder Cholera.
Blutverdünner halbieren und das Risiko eines weiteren Schlaganfalles riskieren (und dann nicht im Krankenhaus, wo schnell reagiert werden konnte und sich alles von selbst wieder aufgelöst hat).
Blutverdünner so lassen und das Risiko eines weiteren Blutverlustes eingehen, der HB-Wert ist innerhalb von 2 Tagen von 14 auf 8 gesunken dadurch.
Die Entscheidung fiel auf Variante 1, den Blutverdünner halbieren und hoffen.

Ich hoffe, sie bleibt uns noch lange gesund erhalten.

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